Biber & Butzemann

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Ihr braucht mehr Adventsstimmung? Heute habe ich zwei tolle Kinderbuchtipps für die Altersgruppe 7 bis 11 Jahre. 

(unbez. Werbung)

 

„Weihnachten mit Opa“

Dass Weihnachten nicht nur besinnlich, sondern auch richtig lustig sein kann, zeigt Sarah Welk uns mit ihrem neuen Buch „Weihnachten mit Opa“. Weil die Eltern von Jonas und Marie auf Mallorca am Flughafen festsitzen und nicht rechtzeitig zu Heiligabend zuhause sein können, muss Opa Franz gemeinsam mit den Enkeln die Weihnachtsvorbereitungen übernehmen.

Allerdings ist Franz eher der spontane, kreative Typ. Und so laufen die Tage vor dem Fest in diesem Jahr ein wenig anders ab als gewohnt. Am Ende stellen Opa Franz, Jonas, Marie und ihre beste Freundin Lucky ein ganz besonderes Weihnachtsfest auf die Beine: mit einer lebendigen Gans, Snickers-Salat auf dem Tisch und zwei Obdachlosen zu Gast, mit denen sich die Truppe beim illegalen Baumschlagen angefreundet hat. Als die Eltern schließlich doch nach Hause kommen, fallen sie aus allen Wolken. Aber irgendwie wird es dann doch noch das beste Weihnachtsfest von allen.

Tougher Hippie-Opa in ZZ Top-Optik

Meine Jungs und ich haben uns sofort in den verrückten Hippie-Yoga-Opa, der optisch gesehen direkt bei ZZ Top einsteigen könnte, verliebt, und das Buch geradezu verschlungen. Urkomisch, herzerwärmend, aber trotzdem mit wichtiger Botschaft und gesellschaftlich relevanten Themen hat uns die Geschichte hundertprozentig überzeugt. Jetzt müssen wir unbedingt auch „Sommer mit Opa“ lesen – und hoffen auf mehr Bände aus dieser Reihe.

Die 136 Seiten in etwas größerer Schrift werden aufgelockert durch die witzigen Schwarz-Weiß-Illus zu jedem Kapitelbeginn. Für 10 Euro begleitet das rasante Abenteuer von arsEdition durch die Weihnachtszeit. Ihr solltet es aber am besten gemeinsam lesen, sonst entgeht euch Eltern etwas!

 

„Das Wunder von R.“

Wer auf der Suche nach einer Weihnachtsgeschichte ist, in der Vielfalt großgeschrieben wird, sollte „Das Wunder von R.“ lesen. Manuel, Camila und Shonda Greco-Aiden haben zwei Mamas. Weil das in ihrem Heimatland nicht länger erlaubt ist, fliehen sie und wollen sich ein neues Leben in der Stadt R. aufbauen. Diese Stadt ist in der ganzen Welt bekannt dafür, dass hier nie etwas Schlimmes geschieht. Und das erscheint den Greco-Aidens gerade als sehr erstrebenswert.

In R. haben sie eine winzige, kalte Wohnung gefunden und Mama Isabella eine Arbeit als Briefträgerin. Niemand von ihnen beklagt sich, denn sie wollen nur eins: Als Familie zusammen sein dürfen.

Alle hoffen, bald neue Freunde zu finden, doch die Menschen in der Stadt R. sind sehr misstrauisch gegenüber Fremden und leben extrem zurückgezogen. Der Preis für ihre sichere Stadt ist, dass nicht nur nichts Schlimmes, sondern überhaupt nichts passiert. Doch ein paar Kinder rebellieren heimlich und treffen sich im CB-Funknetz, um sich zu unterhalten. Manuel, Camila und Shonda wünschen sich vom Weihnachtsmann daher sehnlichst ein Funkgerät.

Zehn Elfen im Wohnzimmer

Als Mama Isabella von der Arbeit einen Brief für die drei Kinder mit nach Hause bringt, flattert ein fliegender Briefbogen heraus. Die Weihnachtsfrau und der Weihnachtsmann brauchen dringend ihre Hilfe dabei, die Geschenke für die Kinder von R. zu verpacken. Und plötzlich stehen zehn Elfen im Wohnzimmer …

In vielerlei Hinsicht ist „Das Wunder von R.“ eine klassische Weihnachtsgeschichte: Kinder müssen dem Weihnachtsmann helfen, sonst fällt Weihnachten aus – kennt man. Neu sind jedoch die Umstände – eine Flüchtlingsfamilie in einer in ihrer abgeschotteten Lebensweise schon fast dystopisch anmutenden Stadt – und die unglaubliche Vielfalt an Familienformen und Hautfarben. Das habe ich in diesem Umfang und in dieser Selbstverständlichkeit noch nicht erlebt.

Für das nötige Weihnachtsflair sorgen auch die schönen Illustrationen. Was mir an dem Buch aber am besten gefällt: Man spürt auf praktisch jeder Seite die große Liebe, die die Familie Greco-Aiden verbindet.

Spannende Diskussionsansätze

Natürlich wirft das Buch auch einige Fragen auf, die man gut mit Kindern diskutieren kann: Welchen Preis ist man bereit, für Sicherheit zu bezahlen? Welchen Wert haben dagegen Freiheit, Freundschaft und Freude? Und sind Kinder nicht meist viel klüger als die Erwachsenen?

Die US-amerikanische Autorin Francesca Cavallo kennt die eine oder andere unter euch vielleicht vom Bestseller „Good Night Stories for Rebel Girls“. Die Bilder dagegen stammen von einer jungen österreichischen Illustratorin, die hier ihr erstes Kinderbuch vorlegt. Ein spannender Kontrast!

Ich mag das besondere Format (etwas niedriger aber dafür breiter als A5), die hochwertige Aufmachung mit der Goldprägung und den Spotlack-Schneeflocken – und den Humor im Nachwort. Das alle hat jedoch ebenfalls seinen Preis: Das 125-seitige Buch aus dem Mentor Verlag kostet 24,90 Euro.  

 

Übrigens: Aktuellen weihnachtlichen Lesestoff für Mamas findet ihr hier. Weitere weihnachtliche Kinderbücher könnt ihr hier, hier, hier und hier entdecken.

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