Biber & Butzemann

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Unsere Bücher gibt es nicht als E-Book, dafür aber zehn von ihnen in Braille-Schrift. Zu verdanken habe wir das dem Braille-Kinderbücher Verlag. Auf Leserwunsch erzähle ich euch heute etwas mehr darüber. 

(unbez. Werbung)

Insgesamt leben rund 150 000 blinde Menschen im deutschsprachigen Raum, darunter etwa 7 500 Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre. Viele von ihnen lesen gern. Doch wer versorgt sie eigentlich mit entsprechenden Büchern?

Aktuelle Bücher für blinde Kinder und Jugendliche

Iris Waßong hat vor vielen Jahren in einem Blindenheim gearbeitet. Dort fragten die Kinder: „Wer sind eigentlich Pettersson und Findus? Und wer ist Janosch?" Sie musste feststellen, dass es zwar Kinderbücher in Blindenschrift gab, aber kaum aktuelle Literatur. Iris Waßong, selbst Mutter von zwei Kindern, beschloss, dies zu ändern.

Seit 2011 betreibt die heute 49-jährige in ihrem Wohnhaus einen kleinen Verlag, als Einzelunternehmerin wie ich. In Eigenregie übersetzt, produziert und vertreibt sie heute erfolgreich Kinder- und Jugendbücher in Brailleschrift. Alle Bücher entstehen in Handarbeit.

Jeder Buchstabe ist ein Punktmuster - das braucht Platz

Doch wie funktioniert das eigentlich genau? Zunächst muss Iris Waßong den Text für den Blindendrucker aufarbeiten. Inhaltsangaben, Seitenzahlen und Copyrights müssen eingearbeitet werden und da jeder Buchstabe in ein Punktmuster übersetzt wird, passen weniger Zeichen in eine Zeile. Dadurch werden zum Beispiel die Biber & Butzemann- Bücher in Brailleschrift in zwei oder drei Bände aufgeteilt.

Je nach Kundenwunsch bietet Iris Waßong unterschiedliche Blindenschriften (Vollschrift, Kurzschrift, Eurobraille …) sowie Bücher mit und ohne Groß- und Kleinschreibung an. Diese sind in der Blindenschrift nicht der Standard. Bücher für blinde Leseanfänger werden von ihr auch einseitig bedruckt, so sind die Punkte leichter zu fühlen. Diese Bücher sind besonders gefragt und werden exklusiv nur von ihr angeboten. Ansonsten gibt es inzwischen etwas Konkurrenz durch größere Druckereien, die an einigen Büchern die Exklusivrechte haben.

20 Verlage und Autoren im Programm

Iris Waßong arbeitet mittlerweile mit 20 Verlagen und selbstständigen Autoren zusammen, darunter auch kleinere wie der Verlag Monika Fuchs, der Glückschuh Verlag und eben Biber & Butzemann. Neben vielen aktuellen Büchern wie „Gregs Tagebuch" oder „Hexe Lilli" hat sie auch Klassiker wie „Der kleine Lord" oder „Emil und die Detektive" im Programm. Wenn sie neue Bücher auswählt, sucht sie bevorzugt Themen aus, die für Kinder interessant sind, zum Beispiel Naturschutz, Geografie oder Geschichte. Außerdem berücksichtigt sie Wünsche der Eltern und Empfehlungen der Verlage.

Zum Übersetzen arbeitet Iris Waßong an zwei Bildschirmen. Einen für die „normale“ sogenannte Schwarzschrift und einen für die Brailleschrift. Auch die Bilder dürfen nicht fehlen. Um einen dicken Band zu übersetzen, braucht sie etwa zwei bis drei Wochen. Im Jahr werden rund sechs bis zehn neue Bücher umgesetzt.

Kunden: Büchereien, Schulen, Museen und Familien

Der Verlag Braille-Kinderbücher beliefert Blindenbüchereien, Schulen, Museen und Familien in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz. Vorgestellt werden die Bücher auf Messen. Der Vertrieb läuft hauptsächlich über ihre Online-Plattformen http://www.braillekinderbuecher.de/ und http:// www.hood.de/.

Meine Autor*innen und ich freuen uns immer wieder, wenn Iris Waßong eines unserer Bücher in Braille-Schrift umsetzt und damit unsere Ferienabenteuer Kindern und Jugendlichen zugänglich macht, die sie so wahrscheinlich nicht selbst erleben können.  Aber auch mit fehlender oder eingeschränkter Sehkraft sollen die Ferien spannend sein und Spaß machen – und wir hoffen, durch die Kooperation mit dem Braille-Kinderbücher Verlag ein klein wenig dazu beitragen zu können.

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