Biber & Butzemann

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Heute stelle ich euch zwei Bücher für Kids ab 9 vor, die meiner Meinung nach perfekt zum Ferienende oder zu den ersten Tagen im neuen Schuljahr passen. Das eine handelt vom Neustart an einer anderen Schule, das andere konserviert perfekt das Feriengefühl. 

(unbez. Werbung)

Unheimlich peinlich - das Tagebuch der Ruby Black

Fast jeder Teenager findet ja seine Familie irgendwie peinlich - aber die elfjährige Ruby hat dazu mehr Grund als andere. Ihre Familie ist nicht nur peinlich, sondern im wahrsten Sinne des Wortes UNHEIMLICH peinlich. Familie Black wohnt auf dem Friedhof und fährt einen Leichenwagen. Rubys Vater baut Särge, ihre Mutter betreibt das Friedhofscafé und hat einen Hang zu Klamotten, die der Hit auf jeder Halloween-Party wären. Die Eltern nennen sich und die Kinder gern bei Kosenamen wie "mein Spinnenbeinchen" oder "mein zartes Totenschädelchen".

Die Oma führt den Blumenladen am Friedhof und macht mit ihren Freundinnen Senioren-Yoga zwischen den Grabsteinen. Rubys großer Bruder besitzt unter anderem eine Vogelspinnen- und eine Knochensammlung. Ihr kleiner Bruder hat zwei Klassen übersprungen und ist mit neun Jahren schon ein YouTube-Star. Die einzig normale in der Familie ist Ruby.

Nachdem sie auf ihrer alten Schule gemobbt wurde, beschließt Ruby, ihre Familie an der neuen Schule einfach zu verschweigen. Durch ein Missverständnis glaubt ihre neue Klasse nach dem ersten Schultag, sie wäre das Kind reicher, prominenter Eltern und würde in einer Villa leben. Und schon zieht eine Lüge die nächste nach sich. Dabei will Ruby doch nur ein ganz normales Mädchen sein - vor allem, wenn Ben in der Nähe ist. Sie darf auf keinen Fall auffliegen! Doch irgendjemand kennt ihr Geheimnis und erpresst Schokolade und Computerspiele. Wie lange das wohl gut geht?

"Das Tagebuch der Ruby Black" ist nicht nur unheimlich peinlich, sondern auch unheimlich witzig. Cally Stronk erzählt die turbulente Geschichte über Flunkereien, Freundschaft, erste Liebe, Familienzusammenhalt und den ganz normalen Wahnsinn des Teenager-Alltags mit jeder Menge Humor, Charme, Zuneigung zu ihren Figuren und Freude am Skurrilen. Durch das herrlich schräge Setting ist es kein typisches Mädchen-Buch - auch Jungs ab 10 (vor allem Fans von "Gregs Tagebuch") sowie vor- oder mitlesende Eltern werden sich köstlich amüsieren.

Ergänzt wird die Geschichte durch viele witzige Illustrationen und Gestaltungselemente von Constanze von Kitzing. Auf jeder Doppelseite gibt es tolle Details zu entdecken. Durch den hohen Bildanteil ist das gut 200-seitige Buch auch für Kinder geeignet, die solche Lesemengen sonst nicht bewältigen können oder wollen. Im Anhang können die Leser ihr "Peinlichkeits-Level" testen oder mit dem passenden Rezept Totenkopf-Törtchen backen. Dank dem abwischbaren Flexcover ist "Das Tagebuch der Ruby Black" auch perfekt fürs Freibad geeignet - wenn es einem nicht unheimlich peinlich ist, in der Öffentlichkeit ständig vor sich hinzukichern. 

Erschienen ist "Unheimlich peinlich" bei dtv und kostet 12,95 Euro. 

 

Robin vom See: Die Bande zur Rettung der Gerechtigkeit

Ihr wollt das Urlaubsfeeling noch ein bisschen in den Alltag hinüberretten? Dann ist Ulrich Fasshauers Ferienabenteuer "Robin vom See - Die Bande zur Rettung der Gerechtigkeit" genau die richtige Lektüre. Robin lebt mit seinem Vater an der Mecklenburgischen Seenplatte, wo sie einen Campingplatz betreiben. Mit einer unbedachten Bemerkung über den unbeliebten Mitschüler Jannik am letzten Schultag, setzt Robin unabsichtlich eine Kette von Ereignissen in Gang, die er sich nicht hätte träumen lassen.

In seinem Geheimversteck findet Robin ein verlorenes Handy, und darauf ein Video, das den dicken Jannik blamiert und bloßstellt - übelstes Mobbing. Schnell ist klar, wer die Übeltäter waren: die fiesen Zwillinge Sven und Maik, Söhne des örtlichen Fischers. 

Da sich Robin indirekt mit verantwortlich fühlt, beschließt er, dass Gerechtigkeit auch für Blöde wie Jannik gilt, und mischt sich ein. Doch das geht total nach hinten los: Die Zwillinge versprechen ihm lebenslangen Ärger, das Opfer Jannik ist wenig hilfreich und offenbar sind auch noch die Väter der Kontrahenten seit langem verfeindet. Wie soll man da für Frieden und Gerechtigkeit sorgen? 

Glücklicherweise hat Robin Unterstützung: sein bester Freund Nils, das clevere Ferienkind Kilian aus Berlin und Robins furchtlose Cousine Zilli stehen ihm zur Seite. Und seine Mama ist von ihrer Wolke aus immer für ihn da, hört zu und gibt mit hinreißendem französischen Akzent kluge Ratschläge. 

Wow - was für ein Buch! Ulrich Fasshauer beweist, dass ein Ferienabenteuer gar nicht unglaublich viel Action braucht - auch ein kluger Plot mit interessanten Figuren und psychologischem wie spielerisch-philosophischem Tiefsinn sorgt für große Spannung. Der Schreibstil ist gleichermaßen von Leichtigkeit und Raffinesse geprägt. Perfekt für Fans von Erich Kästner oder Andreas H. Schmachtl. 

Zu unserer großen Freude gibt es inzwischen bereits drei Folgebände, die hier definitiv einziehen werden. Mit knapp 160 Seiten und ein bis zwei Schwarz-Weiß-Illustrationen pro Kapitel ist "Robin vom See" für geübtere Leser ab 9 Jahren geeignet. Erschienen bei magellan für 13 Euro. 

 

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