Biber & Butzemann

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Die Geschichte, wie aus einer Idee ein Buch wird, ist mitunter fast so spannend wie das Buch selbst. Heute erzählt euch "Matti und Max"-Autorin Sandra Lehmann, wie ein Urlaub auf ihrer Lieblingsinsel sie zu "Biber & Butzemann" führte. 

Begonnen hat alles mit einem Urlaub auf der traumhaften Insel Kreta - schon länger ein Lieblingsziel meiner Familie. Wir waren unterwegs im hübschen Fischerort Matala an der Südküste der Insel. Fasziniert von den Höhlen am Strand stöberte ich im dortigen Buchladen und wurde schnell fündig: Lesestoff über das Leben der Hippies in der Bucht von Matala in den 1960er und 70er Jahren. Nun fehlte nur noch ein Buch für meinen Sohn. Doch bei der Suche nach einem passenden Kinderbuch hatte ich kein Glück.

Verwundert suchte ich an unserem Ferienort Agia Galini weiter. Ich fand Bücher über griechische Sagen, eine Buchserie, die vom Cover leider mehr Mädchen als Jungen ansprach, und Ausmalhefte. Enttäuscht hörte ich mit der Suche auf und widmete mich der Lektüre über die Blumenkinder. Was für eine tolle Geschichte! Ihr kennt das sicher, wenn ein Gedanke zum nächsten führt. Warum nicht die Höhlen Matalas als Aufhänger nehmen und selbst ein spannendes Abenteuer für mein Kind schreiben.

Wieder zu Hause widmete ich mich sofort meinem Vorhaben. Es half sicher, dass ich immer gern geschrieben habe und als Kind mit Vorliebe Abenteuerbücher verschlang. Überhaupt liebe ich es, zu lesen. Schwieriger war es, Zeit fürs Schreiben zu finden. Als Mama, Hausfrau und Apothekerin blieb mir nur wenig Spielraum. Ich schaufelte mir einen Vormittag in der Woche frei und lernte das Chaos zu ignorieren, welches in den Schreibstunden erst einmal liegen blieb.

Das Handwerk lernen

Zunächst beschäftigte ich mich mit der Recherche und dem Aufbau, belegte Schreibkurse an Fernunis, las Ratgeber und stöberte im Internet. Dann schrieb ich einfach drauf los, mit dem Ziel vor Augen, ein Kreta-Abenteuer für Mädchen und Jungen zu schreiben, vor allem aber natürlich für mein eigenes Kind. So entstand das erste Manuskript von »Matti und Max«. Und meinem Sohn gefiel es - das ist bis heute das schönste Kompliment.

Auch im Freundeskreis machte das Manuskript bald die Runde. Ein Glück, denn so las es auch die spätere Illustratorin der Bücher: Manja Adamson. Die studierte Künstlerin mit dem Schwerpunkt Zeichnen, die an Hochschulen im Rhein-Main-Gebiet lehrt, hatte die Geschichte gelesen und schlug spontan vor, »Matti und Max« zu illustrieren.

Ernüchtert von der Reaktion namhafter Kinderbuchagenturen, dass mein Manuskript nicht einem breiten Publikum zugänglich wäre, sondern eine Nische bediene, war ich unheimlich glücklich über diese Wendung. Von nun an war Manja mit im Boot, und hinter »Matti und Max« standen wir als Team. Vielleicht kennt ihr schon einige von Manjas Illustrationen. Falls nicht, schaut sie euch unbedingt an. Sie geben meine Geschichte nicht nur wider, sie erzählen sie weiter.

Umweg über das Selfpublishing 

Entschlossen, das Kreta-Abenteuer zu veröffentlichen, suchten wir uns zunächst ein Selfpublishing-Unternehmen und landeten bei ePubli. Welch ein Glück, dass ich mein Manuskript in der heutigen Zeit schrieb. Ohne Verlag wäre dies früher ein teures Unterfangen gewesen mit den Druckkosten als Eigenleistung. Wir profitierten nun von »Print on demand« und konnten das Werk ohne weitere Kosten veröffentlichen.

Ein wenig Kopfzerbrechen machte mir das Marketing. Um eine genauere Vorstellung zu bekommen, machte ich mich im November 2017 auf den Weg zur Buchmesse BUCHBERLIN und besuchte die Tagung für Autoren. Bei einem der vielen informativen Programmpunkte lernte ich Janet Blume vom bekannten Kinderbuchblog »Kinderbuchlesen.de« kennen. Ihre Social Media Tipps wurden zum Grundstein des Matti und Max-Marketings.

Dank der Grafikerin Annette Süß hatten wir bereits ein Logo: den Kreis. Nun begann das Vernetzen im Social-Media- und Internet-Bereich. Manja schuf die passende Homepage und ich kümmerte mich um die »Matti und Max«-Seiten auf Facebook und Instagram. Kinderbuch und Reisen als Thema machten wir zu unserem Erkennungsmerkmal. Wir schickten Bücher auf die Reise nach dem Vorbild von Book Crossing und gründeten einen Foto-Reiseblog, passend zum Buch. Nun konnten sich Kinder anschauen, wie die Welt von Matti und Max in Wirklichkeit aussieht.

Sichtbarkeit und wichtige Kontakte über Social Media

Doch um die eigene Sichtbarkeit zu erhöhen, bedarf es vieler Multiplikatoren und dies sind in der heutigen Zeit die Kinderbuchblogger. Über die sozialen Netzwerke schrieb ich ausgesuchte Bloggerinnen an und freute mich über die Resonanz und das Interesse an Rezensionsexemplaren. Das Vernetzen über Social Media finde ich unglaublich spannend. Es sind dabei nette Kontakte entstanden, auch zu anderen Kinderbuchautoren und Illustratoren.

Die wichtigste Nachricht erwartete mich im Sommer 2018 in unserem Instagram-Postfach. Die Verlegerin des Verlags Biber & Butzemann, Kinderbuch-Autorin und Bloggerin Steffi Bieber-Geske bat mich um ein Rezensionsexemplar des Kreta-Abenteuers für ihren Verlagsblog - den ihr jetzt gerade lest. Das Buch gefiel ihr so gut, dass wir kurze Zeit später das Angebot bekamen, zum Verlag zu wechseln. Manchmal ist es eben doch von Vorteil, für ein Nischen-Publikum zu schreiben. Biber & Butzemann ist spezialisiert auf Reiseabenteuer für Kinder.

Für Manja und mich war schnell klar, dass dies der richtige Weg sein würde. Nun hatten wir die Möglichkeit, auf größerer Ebene und auf Buchmessen vertreten zu sein. Nach ersten Gesprächen bei der Frankfurter Buchmesse und einem Treffen bei der BUCHBERLIN 2018 war es dann so weit. Im März 2019 wechselten wir mitsamt unserem neuen New York Abenteuer zum Verlag. Seit diesem Frühjahr gibt es bereits den dritten Band: Berlin. Band 4 erscheint im Frühjahr 2021. 

Bei »Matti und Max« führte ein Schritt zum nächsten, und ich freue mich, wo wir als Team heute stehen. Ich bin unheimlich gespannt auf das, was kommt. Und besucht ihr eines Tages Matala, dann schaut doch im Book Center vorbei dort findet ihr in der Auslage »Matti und Max – Abenteuer auf Kreta« für Jungen und Mädchen auf Deutsch und auch auf Englisch.

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